Genau hinschauen bei ETF
Als Anlageform haben ETF, also börsengehandelte Indexfonds, in den vergangenen Jahren rasant zugenommen.
Professionelle Investoren aber auch private Anleger haben in den vergangenen Jahren zusammen über neun Billionen Euro in ETF angelegt.
ETF sind auch für Privatanleger leicht zugänglich, weil Sie an den Börsen handelbar sind. Anleger können jederzeit ETF-Anteile kaufen oder verkaufen. Viele Anleger investieren in ETF, weil sie deren Vorteile schätzen: leichte Verständlichkeit, hohe Transparenz, möglichst breite Streuung der Investition bei geringem eigenem Verwaltungsaufwand und niedrigen Kosten.
Produkt und Wertentwicklung von ETF sind transparent, weil über die Entwicklung der zugrundeliegenden Indizes und natürlich auch über die originären Fonds in den Tageszeitungen, in Funk und Fernsehen sowie im Internet an vielen Stellen berichtet wird.
Die Kosten von ETF sind niedrig. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds, die viele Kreditinstitute und Anlageberater ihren Kunden verkaufen möchten, fallen bei ETF keine Ausgabeaufschläge an. Allerdings sind stattdessen beim Kauf (in der Regel deutlich niedrigere) Handelsgebühren an den Börsen fällig. Insbesondere aber die laufenden Kosten (Verwaltungsgebühren fallen bei ETF im Vergleich zu aktiven Fonds deutlich niedriger aus. Da sowohl die Kosten beim Kauf und Verkauf sowie die laufenden Kosten von ETF deutlich niedriger sind, kann man als Privatperson mit einem ETF bei ähnlichem Risiko-Chancenprofil ordentlich Geld sparen, was sich insbesondere bei längeren Haltedauern signifikant positiv auf die Rendite auswirkt.
Generell kann man sagen, dass sich ETF, ähnlich wie aktiv gemanagte Fonds, vor allem für längerfristig orientierte Anleger empfehlen.
Ebenso wie wie aktiv gemanagte Fonds sind ETF auch Sondervermögen, bieten denselben Schutz und weisen ähnliche Risiken auf. In einem Sondervermögen wird das Geld der Anleger von dem Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt verwahrt. Das heißt, dass selbst im Konkursfall die Fondsanteile, also das Geld der Anleger, unangetastet bleiben müssen.
ETF unterscheiden sich im Prinzip nur dadurch von den aktiv gemanagten Fonds, dass sie nicht von einem Fondsmanager laufend betreut werden, sondern einen bestimmten Index, z.B. den DAX40 möglichst genau abbilden. Sie steigen und fallen also in dem Maße, wie der zugrunde liegende Index schwankt.
Ebenso wie aktiv gemanagte Fonds und jedes andere Investment unterliegen ETF bestimmten Risiken. So beeinflusst das Auf und Ab der Märkte selbstverständlich auch den Kurs eines ETF. Wenn ein ETF in einer anderen Währung notiert, so ergeben sich daraus ebenfalls Risiken (und Chancen).
Insgesamt sind viele Indexfonds allerdings deutlich risikoärmer als einzelne Aktien und schlagen in der Kursentwicklung die weit überwiegende Zahl der aktiv gemanagten Fonds, was primär an der breiten Streuung sowie an den geringeren Verwaltungskosten liegt.
Da sich der Markt für ETF in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet hat, sollte man bei der Auswahl eines geeigneten ETF auf jeden Fall einige Faktoren beachten, um Fehler beim Kauf zu vermeiden. Der wichtigste Aspekt ist die Auswahl eines geeigneten Index, den der ETF nachbilden soll.
Hinsichtlich der zugrunde liegenden Anlageart (Aktien, Renten, Immobilien etc.) sowie Mischformen gibt es grundlegende Unterschiede, die sich natürlich auf Risiko, Rendite und Kosten auswirken können.
Weiterhin unterscheidet man zwischen replizierenden (physischen) und synthetischen (swapbasierten) ETF, was ebenfalls Auswirkungen auf das immanente Risiko hat.
Inzwischen hat sich eine große Zahl von Spezial- oder Nischen-ETF herausgebildet, die häufig zwar einen aktuellen Trend bedienen, jedoch der Grundidee einer breiten Streuung oft zuwiderlaufen. Weil ETFs sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, wittern Anbieter ein gutes Geschäft und bringen viele neue Produkte auf den Markt. Gerade bei solchen scheinbar innovativen ETF sollten Anleger genau hinsehen und die laufenden Kosten sowie die zugrunde liegenden Indizes kritisch prüfen. Bei sehr speziellen Anlageideen kann ein aktiv gemanagter Fonds unter Umständen die bessere Wahl sein.
Denn nicht für jede/n Anleger/in und für jedes Investitionsziel eignet sich ein ETF. Es gibt durchaus bestimmte Anlagegebiete und Themen, die ein aktiver Fonds, gemanagt durch einen Spezialisten, besser abdecken kann als ein ETF. Man sollte aber auch hier genau hinsehen, welches Know-how man sich durch die höheren Verwaltungskosten und ggf. Ausgabeaufschläge einkauft. Ein aktiver Fonds der in der Vergangenheit nur die Benchmark (also meist einen Index) nachbildete, ist zu teuer.
Wenn Sie kompetente Hilfe zum Thema ETF- oder Fonds-Investment suchen, rufen Sie mich einfach an oder schreiben Sie mir.